Hochsensibel als Lehrer oder Lehrerin? Wenn ich davon ausgehe, dass 20% der Menschen hochsensibel sind, sind da bestimmt auch Lehrer*innen dabei. Dennoch finde ich im Internet nicht allzu viele Informationen darüber. Wenn du nun Lehrer bist und vermutest hochsensibel zu sein, wie kannst du es herausfinden? An wen kannst du dich wenden? In diesem Blogartikel möchte ich die wichtigsten Zeichen für Hochsensibilität erklären und auch Tipps geben, wie du als Lehrer*in im Schullalltag mit deiner besonderen Begabung umgehen kannst.

Die wichtigsten Zeichen für Hochsensibilität als Lehrer*in

Du fühlst dich leicht überwältigt durch Eindrücke, hast eine eine feine Wahrnehmung für Emotionen in meiner Umwelt und die Stimmungen anderer Menschen beeinflussen dich. Wenn deine Schüler zum Beispiel ganz unruhig sind, fühlst du dich innerlich angesteckt.

Eher empfindlich reagierst du auf laute Geräusche und hast im geschäftigen Schulalltag oft das Bedürfnis, dich zurückzuziehen – entweder in ein dunkles Zimmer oder an einen anderen Ort, wo du allein sein und dich von der Stimulation erholen kannst.

Schnell überwältigt fühlst du dich von Dingen wie grellen Lichtern, starkem Gerüchen, rauen Textilien auf deiner Haut oder lauten Geräuschen deiner Nähe.

Du besitzt ein reiches, vielschichtiges Innenleben, kunstvolle Musik bewegt dich tief, du bemerkst und genießt feine Düfte, Geschmäcker, Klänge oder Kunstwerke und Du hast ein großes Interesse an spirituellen oder tiefgründigen Gesprächen und Themen.

Du bist ein gewissenhafter Mensch, möchtest alles richtig machen und es bringt dich leicht aus der Fassung, wenn du in kurzer Zeit viel erledigen musst.

Wenn andere Menschen sich in einer Umgebung unwohl fühlen, weißt du schnell, was dem anderen helfen würde. Manchmal hast du sogar das Gefühl, du könntest Gedanken lesen. Das hilft dir im Umgang mit Schülern, Kollegen und in Elterngesprächen.

Obwohl du dich in einer kleinen Gruppe wohler fühlst, als unter vielen Menschen oder sogar Angst hast vor der Klasse zu stehen, hast du den Lehrerberuf ausgewählt, weil du etwas wirklich sinnvolles arbeiten willst. Gleichzeitig fragst du dich oft, ob Lehrer*in überhaupt der richtige Beruf für dich ist.

Du hast hohe Ansprüche an dich selbst, genau definierte Wertvorstellungen und ein großes Ungerechtigkeitsempfinden.

(vgl. ARON, E. (2011): Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen. – 8. Aufl. Mvg Verlag. München.)

Hochsensibel als Lehrer

Wenn dir das alles sehr bekannt vorkommt, ist es wahrscheinlich, dass du zu den 20% der Lehrern gehörst, die hochsensibel sind. Herzlichen Glückwunsch! Erst einmal, ist es toll, dass du heute eine Selbsterkenntnis gewonnen hast. Das hilft dir, dich selbst besser zu verstehen.

Was bedeutet eigentlich Hochsensibilität genau?Hochsensibilität kommt eigentlich vom englischen Begriff hyper sensitivity und würde dann auf deutsch richtigerweise Hypersensitivität heißen. Das bedeutet, dass du Sinneswahrnehmungen intensiver fühlst, weil mehr Reize zwischen Nerv und Gehirn weitergeleitet werden. Du schmeckst, hörst, riechst, fühlst und siehst also intensiver als andere Menschen. Das ist ein Geschenk, nur im trubeligen Schulalltag manchmal etwas überfordernd.

Hochsensibel als Lehrer und Lehrerin ein Tabu? Blog von Karo Sylla

Tipps für hochsensible Lehrer*innen

Weil es in der Schule ja oft 1000 Dinge gleichzeitig sind, die zu erledigen sind, gibt es ein paar Tipps um nicht so in Stress zu geraten.

  1. Sortiere die Aufgaben nach Dringlichkeit und kommuniziere das auch. Z. B. „Wir machen jetzt erst den Hefteintrag fertig. Eines nach dem anderen.“
  2. Manche Fragen oder Anliegen können auch in der Fragenspeicher, wenn Du gerade keine Antwort hast. Dann kannst Du später nochmal drauf zurückkommen und der Schüler fühlt sich gleichzeitig gehört, auch wenn er nicht gleich eine Antwort bekommt.
  3. Wenn du dich zurückzuziehen willst, bleibe in der Pause alleine im Klassenzimmer und schnaufe ein paar mal tief durch.
  4. Es gibt auch ätherische Öle als Raumspray. Suche dir eines aus, das dir ein Wohlgefühl verschafft und sprühe es morgens oder bei Bedarf rund um dein Pult.
  5. Suche dir einen Buddy unter den Kollegen, jemand dem du vertraust und berichte ihm oder ihr von deiner Hochsensibilität. Dann fühlst du dich weniger allein und kannst vielleicht auch mal schwierige Schüler zu ihm oder ihr schicken, wenn du gar nicht mehr zurecht kommst.
  6. Vielleicht hast du Lust, in deiner Freizeit Hobbies auszuprobieren, die dich schnell entspannen und den Schulstress vergessen machen. Wie wäre es mit Waldbaden, Yoga oder Meditation?

Ich hoffe, dass etwas für dich dabei ist. Außerdem möchte ich dir sagen, dass du nicht alleine damit bist. Ich habe lange Jahre gedacht, dass etwas mit mir nicht stimmt. Es war eine große Entlastung für mich von meiner Hochsensibilität zu erfahren. Nun arbeite ich glücklicher und gelassener als Lehrerin und begleite auch andere hochsensible Lehrer hin zu einem entspannten Schulalltag.

Wenn du magst, kannst du dich gerne für ein Gespräch an mich wenden oder den Blogbeitrag kommentieren.

Es gibt auch eine Facebook Gruppe von hochsensiblen Lehrern und Lehrerinnen zum gegenseitigen Austausch.

Tolle Raumsprays mit ätherischen Ölen findest du hier.

Alles Liebe,

Deine Karoline Sylla von Sternchen auf Erden

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